01.02.2020

Israel umringt von seinen Feinden

Eines ist sicher, die Machthaber im Iran denken anders als europäische Politiker und Völker. Das gilt insbesondere im Hinblick auf den apokalyptischen Strang in der Ideologie der islamistischen Diktatur. Dahinter verbirgt sich ein Denken, demzufolge Krieg und Verderben nicht etwa verhindert werden müssten, sondern im Gegenteil eine entscheidende Voraussetzung für die erhoffte Wiederkehr des verborgenen Imam, der Erlösergestalt schiitischer Theologie, darstellen. Wir mögen derartige Vorstellungen für verrückt halten, aber im Iran werden sie geglaubt.

Ayatollah Mohammad Mehdi Mirbagheri ist keine verrückte Randfigur, sondern Mitglied des Expertenrates, jenes Gremiums, das über die Nachfolge im Amt des obersten religiösen Führers des Iran zu entscheiden hat. Mitglied des Expertenrates kann nur werden, wer deutliche Linientreue gegenüber der Islamischen Republik zeigt. In einem am 31. Juli 2019 ausgestrahlten Interview sagte Ayatollah Mirbagheri: „Wenn wir zu unserer Ideologie der Wahrheit stehen, ist es moralisch, dass wir kämpfen. Der Kampf auf dem Wege Allahs stellt einen moralischen Krieg dar.“ So erläuterte Ayatollah im Interview. „Wir werden nie das Zeitalter der Wiederkehr (des verborgenen Imam) erreichen, wenn wir uns nicht in einen ausgedehnten Kampf begeben, einen umfassenden Konflikt, der zum Kampf eskalieren wird. Der Koran sagt: ‘Kämpfe gegen sie, damit es keinen Streit gibt und die Religion in ihrer Gesamtheit für Allah ist.‘“

Dieses Warten auf den verborgenen Imam ist für Mirbagheri keine mystische Spinnerei, sondern Leitlinie für sein Handeln. Im Konflikt mit den USA und Israel geht es für ihn also nicht um „nationale Interessen des Iran“, wie das in unseren Ländern häufig vermutet wird, sondern um nichts weniger als die weltweite Herrschaft des Islam. „Wie kommt es, dass der Westen das Recht hat, für die Demokratie zu kämpfen und sie zu verbreiten, während unser Kampf als unmoralisch angesehen wird, wenn wir kämpfen, damit der verborgene Imam wiederkehrt?“, fragt Ayatollah Mirbagheri.“

„Siehe, der Herr kommt mit seinen vielen tausend Heiligen, um über alle Menschen Gericht zu halten“
Die BIBEL, Judas 1,14

Von welcher Revolution ist hier die Rede?

Was treibt Ayatollah Mirbagheri an? Worin besteht für ihn der Sinn seines Tuns, das mit dem der Islamischen Republik untrennbar verknüpft ist? Dazu sagt er: „Warum sollten wir unsere Revolution beibehalten? Warum sollte unser Regime revolutionär sein? Weil unsere Rivalität (mit dem Westen) noch nicht abgeschlossen ist. Wir haben die Revolution nicht gemacht, um der internationalen Gemeinschaft beizutreten und die liberale Demokratie zu akzeptieren. Warum hätten wir so viele Märtyrer opfern müssen, wenn wir nur der liberalen Demokratie beitreten wollten? (…) Wir haben all das gemacht, um das Zeitalter der Wiederkehr des verborgenen Imams herbeizuführen.“

Wenn uns also jemand zu erklären versucht, der Hass des iranischen Regimes auf den Westen sei auf die Enttäuschung über die angebliche Rolle der USA beim Sturz des iranischen Premiers im Jahr 1953 zurückzuführen, dann ist es gut, wenn wir uns daran erinnern, was die wahren Gründe für diesen Hass und die Revolution im Iran sind. Denn solange wir nicht den Charakter und die Zielsetzungen dieses Regimes im Iran kennen, werden wir auch sein Handeln nicht verstehen. Aufgrund dieser Zielsetzung wäre ein atomar bewaffneter Iran wahrscheinlich nie ein kalkulierbarer Akteur im Club der atomaren Weltmächte. Warum? Weil die Apokalypse in dieser Ideologie bzw. religiösen Vorstellung nicht eine Drohung, sondern das Ziel ist. Das ist leider eine Tatsache und etwas völlig anderes als in anderen Ländern.

Steht ein großer Krieg bevor?

In der Bibel gibt es eine ganze Reihe von Stellen, die, wenn sie vom Ende der Zeit reden, auch von einem großen Krieg reden, bei dem Israel im Mittelpunkt steht. Alle diese Stellen lassen sich, grob betrachtet, um zwei Ereignisse herum gruppieren. Da sind einerseits diejenigen Bibelstellen, die von einem groß angelegten Angriff auf Israel durch „Völker aus dem Norden“ sprechen, und andererseits gibt es Bibelstellen, die von einem zukünftigen israelischen Tempel, einem Opferdienst und von einem Bündnis zwischen Israel und einer Person sprechen, die als der Antichrist bezeichnet wird. Die Texte finden sich z.B. in den Büchern Sacharja (Kapitel 12-14), Hesekiel (Kapitel 38-39), und Joel (Kapitel 4). Auch an anderen Stellen der Bibel, wie zum Beispiel im Buch Daniel oder in der Offenbarung des Apostels Johannes, finden wir Texte dazu. Aber alle weisen diese drei großen Gemeinsamkeiten auf:

1. Einen umfangreichen, breit angelegten Angriff auf Israel;
2. Rettendes Eingreifen Gottes;
3. Zurückfinden Israels als ganze Nation zu Gott.

So steht z. B. in Sacharja 14,2-3: „Und ich versammle alle Nationen nach Jerusalem zum Krieg. (...) Dann wird der Herr ausziehen und gegen jene Nationen kämpfen...“. In Sacharja 12,10 lesen wir: „Aber über das Haus David und über die Bewohner Jerusalems gieße ich den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen...“ Im Buch Hesekiel, Kapitel 38, Vers 9 heißt es: „Und du wirst hinaufziehen, wie ein Sturm herankommen, wirst sein wie eine Wolke, das Land zu bedecken, du und alle deine Scharen und viele Völker mit dir.“ In Vers 22 desselben Kapitels heißt es: „Und ich werde ins Gericht mit ihm gehen durch Pest und durch Blut...“ In Hesekiel 39, 22 wiederum heißt es: „Und das Haus Israel wird erkennen, dass ich der Herr, ihr Gott bin, von jenem Tag an und in alle Zukunft.“

Gottes Eingreifen geht mit Jesu Wiederkunft, d.h. seinem zweiten Kommen auf diese Welt, einher (Vgl. dazu Sacharja 12,10 in Verbindung mit Johannes 19,37 und Offenbarung 1,7; Sacharja 14,3-5 mit Apostelgeschichte 1,10-12; sowie Hesekiel 39,25 mit Römer 11,25-27). Israel gerät in größte Not, wird aber durch Gottes Eingreifen vor der völligen Vernichtung bewahrt - und findet zu Gott.
Wer diese Texte liest, muss zu dem Schluss kommen, dass Israel in Zeit der großen Bedrängnis bereit sein wird, Gottes Hilfe in Jesus Christus anzunehmen. (Sacharja 12,5 und 13,8-9).

„Betet um Frieden für Jerusalem. Gut gehen soll es allen, die dich lieben.“
Die BIBEL, Psalm 122,6

Wie aber wird Gottes Eingreifen geschehen?

Jesus wird nach seiner Rückkehr auf diese Erde die feindlichen Heere durch Naturereignisse wie Erdbeben, Hagel etc. (Hesekiel 38,19.22), durch ausbrechende Verwirrung und übernatürliche Plagen vernichten. Israel wird Jesus als Messias anerkennen und eine Erweckung erleben. Der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern - das ist inzwischen mehr als deutlich geworden - ist mit herkömmlichen menschlichen Mitteln nicht lösbar.
Deshalb lässt sich leicht voraussehen, dass Israel eines Tages wieder völlig allein dastehen wird - aber Gott wird auf seiner Seite sein.

Es sieht - menschlich gesehen - nicht gut für Israel aus

Das kleine Land wird im Norden von der schiitisch-fundamentalistischen Hisbollah bedroht, die im libanesischen Staat agiert, dort viele Anhänger hat und und vom Iran und der Türkei unterstützt wird. Im Süden sieht sich Israel von der Hamas bedroht, die die Auslöschung des israelischen Staates anstrebt. Im Osten lauert der Iran, der gerade dabei ist, die Atombombe zu bauen und dessen Machthaber gegen Israel hetzen und sowohl die Hamas wie auch die Hisbollah unterstützen. Wen wundert es da, dass Israel sich bedroht fühlt. Wann immer Israel in der Vergangenheit nachgegeben hat, führte das nicht zum Frieden, sondern genau zum Gegenteil. Das war nach dem Rückzug der Israelis aus dem Südlibanon im Mai 2000 und ebenso bei der Räumung der Siedlungen im Gazastreifen 2005 so.
Jetzt ist die Frage: Wenn es über kurz oder lang zu dem großen Aufmarsch gegen Israel kommt, von dem die Bibel spricht, wo werden wir stehen? Wo werden Sie stehen? Vermutlich auf Ihrem jetzigen Standpunkt. Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns mit diesen Fragen auseinandersetzen und uns ein objektives Bild vom Geschehen im Nahen Osten machen. Auf die allgemeine Presse können wir uns dabei wohl nicht verlassen.

Denn das Bild, das uns die Zeitungen bieten, ist noch immer erschreckend einseitig und widersprüchlich. Wer sich hingegen an die prophetischen Aussagen der Bibel hält, der weiß, Israel ist nicht nur der Zeiger an der Weltenuhr, es ist das Land hinter dem Gott steht. Deshalb können wir sicher sein, dass es Israel auch in Zukunft geben wird, trotz der vielen feindseligen Staaten und Völker rundum und trotz des großen Krieges, den die Bibel schon vor Jahrtausenden angekündigt hat. Israel wird weiterbestehen - deshalb wird die Frage, die sich stellt, vielmehr die sein: Wo stehen wir? Mit Gott auf der Seite Israels oder auf der Seite seiner Feinde?

 

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