01.03.2022

Weltweit wachsende Christenverfolgung

Genauso dramatisch ist die Lage aktuell in Teilen Afrikas, wie in Nigeria und in einigen Ländern südlich der Sahara. Das ist für Christen derzeit die „tödlichste Region“1) weltweit. Von den insgesamt 4.761 ermordeten Christinnen und Christen im Jahr 2021, entfallen 91 Prozent auf afrikanische Länder wie Nigeria, wo in nur einem Jahr 3.530 Christen getötet wurden. Hauptgrund dafür sind islamistische Gruppen wie Boko Haram, die das Ziel verfolgen, Kalifate zu gründen und deshalb am liebsten alle Christen töten würden. Leider schauen die westlichen Länder noch immer viel zu oft weg, wenn es darum geht, ihren Einfluss geltend zu machen. Was bis vor wenigen Jahren noch zu einem Aufschrei der Weltöffentlichkeit geführt hätte, berührt inzwischen kaum noch jemanden.

Wenn eine derartige Anzahl an Morden in einem unserer Länder geschehen würde, wären die Nachrichtenmagazine voll davon. Aber weil es in Afrika geschieht, interessiert sich kaum jemand dafür. Perfidere Christenverfolgung als in Afrika gibt es nur noch in Afghanistan und Nordkorea. Am schlimmsten ist die Situation aktuell in Afghanistan, wo seit der Machtübernahme der Taliban eine regelrechte Hetzjagd gegen Christen stattfindet.

Afghanistan

Christen sind hier akut bedroht. Viele sind bereits sofort nach der Machtübernahme der Taliban geflohen. Wer bewusst im Land geblieben ist, muss damit rechnen, bespitzelt, entdeckt, verfolgt oder sogar getötet zu werden.
Viele sind auf der Flucht oder haben versucht, in andere Gegenden umzusiedeln. Wer geblieben ist, musste sich zu allererst von seinem Handy und allen digitalen Geräten trennen, um nicht ausspioniert und entdeckt zu werden. Selbst in den weniger gefährlichen Gebieten des Landes  müssen Christen sich verstecken und können nur hoffen, nicht entdeckt zu werden.

Die Lage der Frauen

Wenn Christen trotzdem entdeckt werden, droht Männern nicht selten die Ermordung. Frauen und Mädchen hingegen werden vergewaltigt oder verschleppt. Viele werden auch in die Sklaverei verkauft, in die Prostitution geschickt oder zur Heirat mit einem Muslim gezwungen. Im Grunde gibt es für Christinnen aktuell keine andere Möglichkeit, als sich äußerlich wie eine Muslimin zu verhalten, fleißig in die Moschee zu gehen, islamische Kleider zu tragen und im Haus zu bleiben, ohne aufzufallen. Ihr Christsein können sie bestenfalls in der Stille leben. 

Nordkorea

Diktator Kim Jong Uns Fortführung der Herrschaftsdynastie bedeutet für Christen, dass Zehntausende weiter in Straflagern bleiben mussten, wo sie zu schwerster Zwangsarbeit gezwungen werden. In der Bevölkerung herrscht allgemein Angst. Wohnungen können zu jeder Zeit und ohne Vorwarnung von der Polizei oder Agenten des Geheimdienstes durchsucht werden. Werden dabei christliche Materialien gefunden, wird das als Verbrechen gegen den Staat angesehen und entsprechend behandelt. Dann muss die gesamte Familie damit rechnen, entweder verbannt, verhaftet oder hingerichtet zu werden.
Christliche Radioprogramme können in Korea nur nachts, unter Decken versteckt, gehört werden. Jeder ist aufgefordert, jeden zu melden. Schüler werden angestiftet, ihre Eltern zu denunzieren. Deshalb warten christliche Eltern, bis ihre Kinder Teenager sind, bevor sie mit ihnen über ihren Glauben sprechen. Eine öffentliche Taufe würde Gefängnis oder Hinrichtung bedeuten. Wo immer ein Christ erkannt wird, muss die gesamte Familie damit rechnen, verhört und inhaftiert zu werden. Das geschieht aufgrund des Prinzips der Sippenhaft, das im Staat des Kim Jong Un angewandt wird, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Christen sind für das Regime von Kim Jong Un per Definition Verräter und werden deshalb wie Spione angesehen und dementsprechend verfolgt.

China

Wer in China Gott über Xi Jinping, den Vorsitzenden der kommunistischen Partei, setzt, muss mit Bestrafung rechnen. Die chinesische Gesellschaft diskriminiert und kontrolliert jede andersdenkene Minderheit – vor allem Christen. Digitale Überwachungssysteme, die in China eine immer größere Rolle spielen, sorgen dafür, dass viele Christen unter ständiger Beobachtung stehen. Dieses Kontrollsystem ist so engmaschig, dass es kaum eine Möglichkeit gibt, ihm zu entkommen. Es gibt Fälle, in denen die Regierung private Arbeitgeber oder amtliche Stellen dazu drängt, Verträge mit Gläubigen zu kündigen oder Genehmigungen zu verweigern. Ältere Christen, die von staatlichen Subventionen abhängig sind, werden von lokalen Parteifunktionären oft auch unter Druck gesetzt, sich zwischen ihrem Glauben oder staatlicher Unterstützung zu entscheiden.

In Zeiten der Pandemie...

...wurde alles nur noch schlimmer. Christen geraten durch die Pandemie noch mehr unter Druck. Das trifft nicht nur auf China zu, auch im Iran und in vielen anderen Ländern hat sich die Lage der Christen durch die Pandemie verschlechtert. Und dennoch wächst die Zahl der Christen in vielen dieser Länder. So berichtet z. B. ein Christ aus dem Iran: „Es geschehen unglaubliche Dinge im Iran, für und durch die Iraner und durch die Macht des Heiligen Geistes. Und das, obwohl wir nicht die Freiheit haben, wie sie in Ländern wie den USA existiert!“.
Tatsächlich wirkt Gott inmitten von Verfolgung, wie sie Christen im Iran und in vielen anderen Ländern gerade ertragen müssen. Deshalb konnte dieser iranische Christ sagen: „Das Evangelium rüttelt unser Land durch und verbreitet sich stärker als COVID-19!“

¹ Siehe dazu Details auf www.opendoors.de

 

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