01.02.2022

Wo und wie Menschen überall beten

Das Marktforschungsunternehmen „Comscore“ hat bereits vor Jahren schon mehr als 23 Millionen Menschen gezählt, die religiöse Internetseiten besuchten. Es gibt viele so genannte „Prayer Groups“. Wer Google befragt, bekommt 257.000.000 Treffer zum Stichwort „Online Prayer Group“. Auch die christliche Video-Plattform www.godtube.com, eine christliche Version des erfolgreichen Video-Portals „Youtube“, hat bereits sehr viele Mitglieder. Hier können nicht nur Videos gezeigt, abgerufen und kommentiert werden, sondern es gibt auch eine „Gebetswand“, eine Art schwarzes Brett, auf dem die Teilnehmer elektronisch Gebetsanliegen hinterlegen können.

Beten und von Gott erhört werden

Es gibt tausende Geschichten von Menschen, die davon berichten, dass ihr Gebet von Gott erhört wurde. In völliger Verzweiflung schreien Menschen manchmal zum Himmel: „Gott, wenn es dich gibt, dann tu dies oder jenes.“ Und Gott antwortet ihnen. Viele erzählen, wie erstaunt, ja, sogar erschrocken sie waren, als Gott ihre Bitte ernst nahm und sie erfüllte. Menschen, die krank waren und nach einem Gebet gesund wurden, oder einer, bei dem kurz vor einer schweren Operation am Rücken der Rücken plötzlich wieder gerade war, weil er gebetet hatte. Ein kleines Mädchen konnte nach einem Gebet plötzlich wieder normal hören, nachdem es lange Zeit taub gewesen war. Ein Liberianer, der als kleiner Junge einen Überfall auf sein Dorf überlebt hatte, während Eltern und Freunde getötet wurden, bekam an seinem Hals plötzlich eine große Geschwulst. Da er kein Geld hatte, um sich operieren zu lassen, begann er zu beten – und Gott erhörte sein Gebet. Er hörte, dass ein Schiff von „Mercy Ships“, einer christlichen Hilfsorganisation, nach Liberia kommen würde, mit Ärzten, die kostenlos Operationen durchführen würden. Einer dieser Ärzte war spezialisiert auf die Entfernung gutartiger Geschwülste. „Ich bin so glücklich“, sagte der Liberianer, als er gesund entlassen wurde, „ich werde allen in meinem Dorf sagen, dass Gott mein Gebet erhört hat.“

Selbst in Situationen, die aussichtslos erscheinen, hilft Gott und erhört unser Gebet. In einem der Psalmen lesen wir: „Als ich den Herrn suchte, antwortete er mir und errettete mich aus aller meiner Furcht. Die auf ihn sehen, werden strahlen vor Freude, und ihr Angesicht soll nicht schamrot werden. Als einer im Elend rief, hörte der Herr und half ihm aus allen seinen Nöten“ (Psalm 34,5-7). Jesus selbst war immer voller Vertrauen und Zuversicht zu seinem Vater im Himmel und rechnete fest mit der Erhörung seiner Gebete. Im Johannesevangelium lesen wir, wie Jesus sagt: „Ich aber wusste, dass du mich allezeit erhörst“ (Johannes 11,42).

Gebet und Glaube

Oft erhört Gott auch die Bitte eines Menschen, der noch gar nicht glaubt, sodass sie ihm erfüllt werden kann. Tatsächlich kann Gott auch das. Das zeigt aber auch, welch ein Wunder es jedesmal ist, wenn ein Mensch, der bisher nichts von Gott wissen wollte, auf einmal zu Gott kommt und mit ihm spricht. Wir müssen uns das so vorstellen: Wenn Gott von einem Menschen sagt: „Siehe, er betet!“ – wie wir das zum Beispiel von Saulus in Apostelgeschichte 9,11 lesen – so ist das, als würde man von einem Totgeglaubten sagen: „Siehe, er atmet wieder!“ Ein solch unglaubliches Ereignis ist das.

Manchmal will Gott einem Menschen, dessen Bitte er erhört, auch nur zeigen, dass er da ist. Im Markusevangelium sagt Jesus: „Wenn ihr Gott um irgendetwas bittet, müsst ihr nur darauf vertrauen, dass er eure Bitte schon erfüllt hat, dann wird sie auch erfüllt“ (Markus 11,24). Wir sollen also glauben, dass wir es bereits empfangen haben, obwohl die Gebets-erhörung noch gar nicht eingetroffen ist. Viele werden sich an dieser Stelle fragen – geht das wirklich? Ja, das geht. Es ist der Glaube und das Vertrauen in die Allmacht Gottes. Wir müssen nur daran glauben, dass Gott jedes unserer Gebete erhört. Gott vermag alles, deshalb ist es ja auch so wichtig, dass wir zu ihm beten und ihn bitten. Wer es nicht tut, versäumt Wesentliches im Leben.
Indem wir Gott bitten, zeigen wir letztlich auch, dass wir unsere Umstände nicht in der Hand haben, sondern von der Gnade Gottes abhängig sind. Das sehen wir auch gerade in unserer Zeit, wo Menschen in Führungspositionen mit großer Überzeugung begonnen haben, zu verkünden, was sie alles in der Hand haben, doch schon kurze Zeit später stellt sich heraus, dass sie überhaupt nichts unter Kontrolle haben.

Warum fordert die Bibel uns dazu auf, zu beten?

In den Kirchen hat sich im Laufe der Zeit der Irrtum eingeschlichen, dass Beten eine Art fromme Pflicht sei. Wer zehn Mal das „Vater Unser“ oder etwas Ähnliches betet, erreiche dadurch dies oder jenes. Doch das ist nicht das Gebet, wie es uns die Bibel lehrt. In der Bibel wird uns Gott vielmehr als Vater im Himmel geoffenbart, der sich eine persönliche Beziehung zu jedem von uns wünscht. Gott möchte an unserem Leben teilhaben, unsere Anliegen hören, möchte wissen, wie es uns geht, uns helfen und eingreifen, wo immer wir ihn darum bitten.

Es liegt an uns, ob wir auf dieses Angebot eingehen. Gott hört unsere Gebete, er antwortet uns, aber auf seine Weise und zu seiner Zeit. Manchmal auch anders, als wir denken, aber er antwortet uns. Das kann jeder von uns selbst ausprobieren. Jeder, der aufrichtig zu Gott betet, wird auch von Gott gehört.

Beten kann Menschen gesund machen

Studien der „Duke University of North Carolina“ haben ergeben, dass auch immer mehr Menschen erfolgreich „religiöse Stressbewältigung“ durch Gebet betreiben. Andere Studien zeigen, dass Personen, die regelmäßig beten, eine längere Lebenserwartung haben. Gebet hilft Menschen bei Depressionen und senkt unser Herzinfarkt-Risiko. An der Harvard-Universität in Boston wurde ein Programm entwickelt, in dessen Rahmen eine Patientin mit Herzproblemen Schritt für Schritt gesund wurde, als sie anfing, regelmäßig zu beten.

Prof. Dr. Byrd, ein Herz-Spezialist aus San Francisco, führte eine Untersuchung an 339 Patienten durch, von denen die eine Hälfte der Beteiligten regelmäßig betete, die andere nicht. Das Ergebnis zeigte deutlich, dass es bei der Gruppe der Betenden weitaus weniger Herzerkrankungen und Infektionen als bei der anderen Gruppe gab. Die Menschen waren auch fröhlicher und zuversichtlicher. „Die heilende Wirkung von Gebeten,“ so sagt Prof. Dr. Byrd, „ist so faszinierend und interessant, dass unbedingt weiter daran geforscht werden sollte. Was die Untersuchungen gezeigt haben, kann kein Zufall sein.“

Das Gebet für andere

Wir wissen, dass auch das Gebet für andere viel zu bewirken vermag, und das sowohl für den, für den wir beten, wie auch für den Beter selbst. Dr. Herbert Benson, ein Harvard-Mediziner, ist davon überzeugt, dass Gebet als „eine gute Therapie bei der Behandlung von Leiden wie leichtem Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen, chronischen Schmerzen, leichten bis mittleren Depressionen und einigen anderen Erkrankungen“ angesehen werden kann. Je persönlicher die Beziehung des Menschen zu Gott ist, desto mehr bewirkt sein Gebet. Wer hingegen nur über Gebetsformeln mit Gott in Kontakt steht, auf den treffe das nicht zu.

Beten will eingeübt werden

In Psalm 25 lesen wir die Sätze: „Denk an dein Erbarmen und deine Liebe, die du schon immer bewiesen hast“ (Psalm 25,6). Aus den Versen geht hervor, dass der Beter die Orientierung verloren hat und nach dem Willen Gottes sucht. In dieser Situation erinnert er Gott an sein Erbarmen und seine Liebe, offensichtlich weil er selbst sich dessen nicht mehr gewiss ist. Es fällt auf, dass es für den biblischen Beter eine Selbstverständlichkeit ist, sich in allen Lebenslagen an Gott zu wenden. Dieses Grundvertrauen ist für uns heute nicht mehr selbstverständlich. Aber es gibt auch hier Ausnahmen. Die Menschen früherer Jahrhunderte wussten noch, woher die Kraft zur Hilfe kommt.

Der berühmte Dichter Rainer Maria Rilke schreibt in einem seiner Briefe an seinen Verleger, wie sehr ihm das biblische Buch der Psalmen eine Hilfe ist. Wörtlich heißt es hier: „Ich habe die Nacht einsam hingebracht in mancher inneren Abrechnung und habe schließlich beim Schein meines noch einmal entzündeten Weihnachtsbaumes die Psalmen gelesen, eines der wenigen Bücher, in denen man sich restlos unterbringt, mag man noch so zerstreut, ungeordnet und angefochten sein.“

Tatsächlich finden wir in den Psalmen das Leben mit all seinen Erfahrungen wieder. Deshalb können wir am Beispiel der Psalmen auch so viel über das Gebet lernen. Grundvoraussetzung für echtes Beten ist jedoch immer das Vertrauen in Gott. Dass dieses Vertrauen manchmal auch das Ergebnis eines harten Ringens im Gebet sein kann, sehen wir in diesem Buch der Psalmen. In einigen wird Gott sogar angeklagt, bevor der Beter zum Vertrauen an Gott zurückfindet und dadurch wieder seinen Frieden findet. Ein Elektriker soll einmal gefragt worden sein, wann ihm Beten am leichtesten falle. „Wenn ich an der Zimmerdecke hänge“, antwortete er, „mit zwei Drähten in der Hand.“  Wenn also ernsthafte Gefahr droht, beginnen  wir zu beten. Wie aber ist es ohne diese besondere Not? Beten wir auch dann?

Die Jünger baten Jesus, als sie gesehen hatten, wie er hinausgegangen war, um zu beten: „Herr, lehre uns beten!“ und Jesus lehrte sie das „Vater Unser“. Deshalb wird dieses Gebet bis heute von unzähligen Menschen überall auf der Welt gebetet. Es beginnt als inniges und sehr persönliches Gebet und öffnet uns dennoch den Himmel. Leider ist es für viele bereits zu einer toten Aneinanderreihung von Worten verkommen, deren Sinn nicht einmal mehr erfasst wird. Aber das muss nicht sein. Wir haben die Möglichkeit, uns zu informieren.

Wie beten wir richtig?

Von Jesus heißt es, dass er früh aufstand, als es noch dunkel war und hinaus an einen einsamen Ort ging, um zu beten. Ähnlich lesen wir es von vielen Menschen der Bibel. Alle standen sie früh auf, um zu beten. All diese Beispiele der Bibel zeigen uns das Gebet als ein vertrautes „Reden mit Gott“. Wichtig ist allerdings, dass wir bei diesem vertrauten „Reden mit Gott“ nie vergessen, wer Gott ist und wer wir sind. Er ist der Schöpfer des ganzen Universums und wir sind Menschen. Wenn wir zu ihm beten, stehen wir vor dem allmächtigen Gott. Er ist der Gott, von dem „jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt“ (Jakobus 1,7). Er ist der, der den Himmel und die Erde erhält – und das bis auf den heutigen Tag.

Trotzdem lehrt Jesus uns, Gott als unseren liebenden Vater im Himmel anzusprechen, dem wir uns in großem Vertrauen nähern dürfen. Wenn wir ihn um etwas bitten, dürfen wir daran glauben, dass er hört und uns auch gewährt, worum wir bitten. Seiner Macht sind keine Grenzen gesetzt. Deshalb können wir ihm in allen Herausforderungen unseres Leben vertrauen und unser Herz vor ihm ausschütten. Gott freut sich, wenn wir in unserem Glauben schon so weit sind, dass wir ihm auch sagen, wenn wir erkannt haben, dass wir etwas falsch gemacht haben. Gott hilft uns, wenn wir ihn um Hilfe bitten und mit unserenm Anliegen zu ihm kommen.

Wir sehen, Beten ist nicht ein Nachsprechen vorformulierter Gebete, wie uns das vielleicht vermittelt wurde. Vielmehr ist es ein ehrliches und vor allem vertrauensvolles Reden mit Gott, dem Schöpfer, dem wir alles sagen, was uns beschäftigt. Wir bitten ihn um seine Hilfe, gleichzeitig sollten wir aber auch nie vergessen, ihm für alles zu danken, was er uns bereits Tag für Tag gibt. Das ist so viel, dass wir es gar nicht aufzählen könnten. Denken wir nur an die Luft, die wir atmen, das Wasser, das wir trinken und mit dem wir uns waschen. Die gesamte Vegetation wird durch dieses Wasser am Leben erhalten. All das schenkt uns der lebendige und barmherzige Gott – und noch vieles, vieles mehr. Wir können und sollen ihm dafür danken, denn er erhält uns am Leben.

Gott hört jedes aufrichtige Gebet

Millionen von Menschen beten täglich gleichzeitig überall auf der Erde zu Gott, viele schreien in ihrem großen Schmerz vielleicht nur noch zu ihm und bitten um Hilfe. Gott hört alle diese Gebete und beantwortet sie auf seine Weise, wo immer wir ihn darum bitten. Davon lesen wir in der Bibel an mehreren Stellen. Das ist eine der großartigsten Verheißungen, dass der allmächtige Gott uns hört und erhört, wo immer wir in Demut zu ihm kommen, uns unserer Hilfsbedürftigkeit bewusst werden und ihn ernstlich und anhaltend um seine Hilfe bitten.

Was bedeutet eigentlich aufrichtig beten?

Wer ohne Gott lebt, muss einsehen, dass dieser Weg falsch war, weil er zu keinem guten Ziel führt. Wir können auf dieser Erde auch ohne Gott leben, aber nicht ohne dadurch anderen Menschen Leid zuzufügen. Erst wenn wir das erkennen, beginnen wir uns so zu sehen, wie wir wirklich sind. Wenn wir mit Gott leben, werden uns alle diese Erkenntnisse geschenkt. Dann entsteht in uns die Sehnsucht nach einem Leben, in dem wir anderen kein Leid und keinen Schaden mehr zufügen.

Ein Mensch, der das alles erkennt, wird Reue empfinden. Dann beginnt er, sich danach zu sehnen, alles wieder gut zu machen, was bisher in seinem Leben falsch gelaufen ist. Diese Reue ist einer der wichtigsten Schritte hin zu einem echten Glauben, zu einer echten Umkehr zu Gott. Wenn wir erst einmal erkennen, was wir in der Zeit unserer Rebellion gegen Gott alles an Leid mitverursacht haben, sollten wir dafür Gott um Verzeihung bitten. Gott wird uns vergeben und immer mehr in unser Leben kommen. Vieles ist vielleicht nicht mehr zu ändern. Aber wir erhalten die Chance, noch einmal neu zu beginnen. Das klingt für jemanden, der es nicht selbst erlebt hat, vielleicht unverständlich, aber es ist wahr. Jesus sagt: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen“ (Johannes 3,3). Wenig später heißt es noch einmal: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht geboren wird aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

Was aus dem Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was aus dem Geist geboren ist, das ist Geist“ (Johannes 3,5-6). Was hier gemeint ist, ist das neue Leben mit Gott.
Wer hingegen auch dann noch weiter macht wie bisher, wird von Gottes Gebetserhörung nur wenig haben. Dafür gibt es viele Beispiele. Erst wenn ein Mensch beginnt, Gottes Vergebung und Segen als etwas zu begreifen, das sein Leben von Grund auf erneuert, wird auch wirklich Neues und Großartiges erleben. Dafür müssen wir aber bereit sein, Jesus Christus zu glauben und zu vertrauen, dann kann er damit beginnen, uns zu heilen.

All das sind Erfahrungen, die Millionen von Menschen überall auf der Welt bereits gemacht haben, als sie Christen wurden und begannen, nach Gottes Willen zu leben. Die Folge war Frieden im Herzen und eine Geborgenheit, wie sie sich viele von uns wünschen würden, aber nie bekommen. Da gibt es Menschen, die vor dieser Hinwendung zu Gott krank und elend waren oder vielleicht sogar im Gefängnis saßen. Sie alle durften erleben, wie sie wieder Hoffnung schöpfen konnten und das neue Leben mit Gott als Quelle der Freude erfahren. Wer sein Leben vorher mit wechselnden Partnern verbrachte, kann diese Erfahrungen hinter sich lassen und noch einmal neu beginnen. Genau das ist dieses neue Leben mit Gott. Wer es erlebt hat, will nichts anderes mehr.

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