01.11.2020

Wenn weltweite Krisen auch uns betreffen

Das Wort Krise kommt ursprünglich aus dem Griechischen und steht in seiner Bedeutung in enger Verbindung mit Scheidung, Trennung oder entscheidender Wende. Daran wird bereits deutlich, dass Krisen nicht nur negativ gesehen werden müssen, sondern auch den Keim für etwas Neues, Gutes in sich tragen. Anfangs ist eine Krise fast immer geprägt von Enttäuschungen, die sehr oft auch zu Selbstzweifeln führen, gepaart mit Angst oder sogar Hilflosigkeit.

Von den Chancen einer Krise

Tatsächlich sind Krisen oftmals auch notwendig. Schließlich suchen wir in der Regel nicht die Veränderung, sondern viel eher Sicherheit, Stabilität, Wohlbefinden und Glück. Eine Krise ist oft dazu da, um uns aus diesem Gefühl vermeintlicher Sicherheit herauszuholen und uns die wahre Realität vor Augen zu führen. Krisen sind notwendig, um Raum zu schaffen für notwendige Veränderungen. Deshalb kommen Krisen oft zu einer Zeit, zu der wir sie am wenigsten erwarten, oft allerdings auch zu einer Zeit, in der ein Weiter-wie-bisher schon gar nicht mehr möglich ist. Eine solche Situation erleben unsere Gesellschaften wahrscheinlich gerade. Viele sagen: Das musste ja so kommen! oder: Das war doch alles schon seit Jahren absehbar. Aber warum ist das sowohl im privaten wie auch im gesellschaftlichen Leben so? Wahrscheinlich, weil es ohne drastische Verhaltensänderung ab einem bestimmten Punkt nicht mehr weitergehen kann. Krisen sind dann dazu da, um uns aus unserem Bestreben nach Sicherheit und Wohlbefinden hinauszukatapultieren und dadurch Raum zu schaffen für Neues. Wenn eine Krise aber nunmal eingetroffen ist, was bei einigen aktuell ja tatsächlich wieder der Fall ist, worauf kommt es dann an?

Nicht in der Rolle des Opfers verharren

In erster Linie geht es darum, nicht in der Opferrolle zu verharren. In der chinesischen Schrift gibt es für die Begriffe Krise und Chance nur ein Zeichen. Das ist sicher kein Zufall. Das Problem ist viel eher, dass viele sich in einer Krise mehr beklagen als die darin liegende Chance zu erkennen und aktiv zu nutzen. Das ist auch verständlich. Wenn wir z. B. aufgrund der gegenwärtigen Krise, die inzwischen weltweite Auswirkungen zeigt, zu denen gehören, die gerade ihre Arbeitsstelle verloren haben, sind wir ja tatsächlich ein Opfer dieser Krise, ohne dass wir jemandem dafür eine Schuld zuweisen könnten. Genauso können wir aber auch Opfer von Ungerechtigkeit, Verleumdung oder Profitgier sein. Aber wo immer die Krise herkommt, es geht trotzdem darum, sich nicht nur zu beklagen, sondern die Chance zu nutzen, die in jeder Krise steckt. Das geschieht in folgenden Schritten.

Schritte aus der Krise

1. Machen Sie sich klar, dass in jeder Krise eine Chance für Veränderung und Neuanfang liegt.

2. Kämpfen Sie nicht endlos dagegen an, wenn Sie in einer Krise stecken, das verbraucht nur Energie, nutzen Sie diese Energie vielmehr, um über kreative, neue Wege nachzudenken.

3. Sprechen Sie mit Freunden, Ihrem Ehepartner oder einem Seelsorger über Ihre Krise. Sehr oft ist das eine Hilfe, um seine eigene Gedankenwelt in Gang zu setzen.

4. Auch Beispiele anderer Menschen können hilfreich sein und uns Mut machen. Wer sich umhört, wie andere die Krise erleben und vielleicht bereits dabei sind, sie zu bewältigen, dem kann es helfen, auch seine eigene zu meistern. Gleiches gilt für Biographien über Menschen, sie sich in ähnlichen Situationen befunden haben.

Alles, was uns hilft, eine Krise als das zu sehen, was sie ist, hilft uns auch, sie zu überwinden und gestärkt daraus hervorzugehen. Viele, die in einer Krisen waren, erzählen nach deren Überwindung, wie entscheidend wichtig diese Erfahrung für sie war. Auch Biographien bekannter Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft oder Kunst können uns eine Hilfe sein. Sie werden kaum eine dieser Persönlichkeiten finden, die nicht durch Krisen gehen musste. Doch sie haben ihre Krisen überwunden und sind gestärkt daraus hervorgegangen.

Krisen Chancen für den Glauben an Gott

Krisen waren auch bereits für unzählige Menschen die Chance, Gott als liebenden Vater zu erleben, ihn dabei kennenzulernen und sich für ein Leben mit ihm zu entscheiden. In Psalm 50,15 finden wir die Worte: "Wenn du keinen Ausweg mehr siehst, dann rufe mich (Gott) zu Hilfe! Ich will dich retten, und du sollst mich preisen."

Ob wir Gott nach einer überstandenen Krise dann tatsächlich danken und ihn dafür preisen, hängt von uns ab. Doch dass Gott, unser Schöpfer, uns hilft und immer daran interessiert ist, sich als unser Heiland und Retter zu erkennen zu geben, das haben Millionen von Menschen bereits erfahren. Wichtig ist nur, dass wir es nicht wie die zehn Aussätzigen der Bibel machen, von denen nach ihrer Heilung nur einer zurückkam, um Jesus zu danken; die übrigen neun hingegen fanden es nicht der Mühe wert, dem zu danken, der sie von ihrer schrecklichen Krankheit geheilt hatte (Lukas 17).

Vermeidbare Krisen

Kinder verhalten sich manchmal entgegen jedem gut gemeinten Rat der Eltern oder Erzieher und tun genau das, was ihnen schadet. Da sitzt der eine vielleicht nur vor dem Fernseher oder seinem Smartphone oder ein Teenager beginnt zu rauchen oder Drogen zu nehmen, obwohl ihm längst klar ist, was das bedetuet und wie schädlich es ist. Es gibt viele Beispiele wie Kinder sich gegen die Ermahnungen der Erwachsenen wenden und sich dabei nur selbst schaden.

Aber auch Erwachsene sind nicht anders. Auch sie handeln häufig so lange unvernünftig, bis es zur Krise kommt, in der es dann zu einer möglichen Veränderung kommen kann und sie zu sich selbst zurückfinden. Aber soweit muss es nicht kommen. Der viel einfachere Weg ist der Weg über die Vernunft und den Gehorsam gegenüber Gott, der insbesondere durch den christlichen Glauben möglich wird. Wer an Gott glaubt und die Gebote Gottes befolgt, kann vieles von vorne herein vermeiden und absehbare Krisen verhindern. Andere wiederum müssen froh sein, dass sie in eine Krise geraten, weil sie ohne diese Krise vielleicht ihr ganzes Leben lang an ihr falsches Verhalten gekettet geblieben wären. 

Wer Krisen aus dieser Perspektive betrachtet, wird verstehen, dass sie im Leben eines Menschen nicht immer nur negativ, sinnlos und schmerzhaft sein müssen, sondern auch als Chance gesehen und genutzt werden können und vor allem sollen. Krisen haben im Leben eines Menschen in jedem Fall eine viel größere Tragweite, als wir uns bewusst sind. Denn sehr oft sind sie wie ein Sprungbrett zur Veränderung, hin zu mehr Lebensqualität und neuer Lebensfreude.

Wer das bereits erlebt hat, wird jede Krise wahrscheinlich ganz anders sehen als die Menschen, die ständig Reißaus nehmen und die Flucht ergreifen. Deshalb gilt: Wer die Geheimnisse des Lebens verstehen will, muss auch das Geheimnis, das sich hinter den Krisen unseres Lebens verbirgt, kennen.

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