01.05.2022

Singles haben einen Auftrag

In Österreich leben 1,8 Millionen Singles – das ist beinahe ein Drittel der erwachsenen Gesamtbevölkerung. 1,5 Millionen wohnen in Einpersonenhaushalten. Diese Zahl hat sich in den letzten 40 Jahren fast verdoppelt. Zu dieser Personengruppe gehören ganz verschiedene Menschen mit unterschiedlichen Herausforderungen: Junge Leute, die sich sehnlichst einen Partner wünschen, alleinerziehende Mütter, die mit ihren alltäglichen Sorgen fertig werden müssen, oder ältere Menschen, die um ihren verstorbenen Partner trauern. Nicht jeder Single fühlt sich ständig einsam und unglücklich, es gibt durchaus auch solche, die ihre Freiheit und Ungebundenheit voll auskosten und damit zufrieden sind. Von ihrem Umfeld wird alleinstehenden Menschen häufig vermittelt, dass etwas mit ihnen nicht stimmt, weil sie keinen Partner haben. Der eigens dafür verwendete Begriff „Single shaming“, drückt aus, dass sich viele Singles von der Gesellschaft bloßgestellt oder herabgesetzt fühlen.

Egal, ob einsam und verzweifelt oder lebensfroh und zufrieden – alle Singles müssen sich überlegen, wie sie die Zeit und die Möglichkeiten, die sie haben, am sinnvollsten investieren. Für Ehepartner oder Eltern ist es klar, welchen Beziehungen und Aufgaben sie am meisten Aufmerksamkeit schenken sollten. Aber auch für Singles ist es am besten, wenn sie sich ihrer Prioritäten bewusst sind. Was der Apostel Paulus im Neuen Testament über Alleinstehende sagt, kann dabei helfen. Wie er mit Singles umgeht, ist genau das Gegenteil von „Single shaming“: Er ermutigt sie nicht in erster Linie dazu, einen Partner zu finden. Er fordert sie in anderer Hinsicht heraus und sieht sie als sehr wertvoll, da sie viele Möglichkeiten haben, sich um das zu kümmern, was Gott wichtig ist. Paulus, der selbst unverheiratet war, fokussiert sich nicht auf seinen Mangel und auch nicht darauf, seine Freiheiten möglichst ausgiebig zu genießen, sondern darauf, dass er im Gegensatz zu Ehepartnern und Eltern mehr Zeit und Ressourcen hat, um sich dafür einzusetzen, dass Menschen geholfen wird und sie die gute Nachricht von Jesus hören (vgl. 1. Korinther 7,32-35).

Singles müssen aber keine Einzelkämpfer sein. Gerade in christlichen Gemeinschaften sollte es selbstverständlich sein, dass Männer und Frauen sich – auch in freundschaftlichen Beziehungen – gegenseitig ergänzen und ermutigen. Viele Singles berichten davon, wie wertvoll der Kontakt zu Familien ist. Außerdem gibt es christliche Organisationen, die es sich zum Ziel gesetzt haben, Singles zu vernetzen. (1)

Singles haben die Möglichkeit – wie Paulus – viel unterwegs zu sein, um sich für die Verbreitung des Evangeliums einzusetzen. Sie können sich um Freunde kümmern und für andere da sein, auch zu Uhrzeiten, wenn Ehepartner oder Eltern andere Verpflichtungen haben. Singles müssen aber auch lernen, einsame Zeiten dafür zu nutzen, in die Stille zu gehen, für andere zu beten und ihre eigene Beziehung zu Gott zu pflegen. All das ist Teil des großen Auftrags, der unserem Leben Sinn und Erfüllung schenken kann.

(1) www.soloundco.net, www.team-f.de

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