01.02.2021

Rückkehr der Juden aus aller Welt

Das Volk, das nach der Eroberung Jerusalems und der Zerstörung des Tempels im Jahr 70 n. Chr. durch die Römer entwurzelt und zerstreut worden war, und anschließend zweitausend Jahre lang von einem Land zum anderen vertrieben wurde, kehrt seit dem Jahr 1948 zurück in seine Heimat. Dies geschah gegen alle Widerstände. Was für ein unglaubliches Ereignis der Geschichte und was für eine Erfüllung biblischer Prophetie!

Im Buch des Propheten Hesekiel lässt Gott der Herr verkünden, dass er Israel aus allen Völkern herausholen und sie in ihr eigenes Land bringen würde. Und genau das geschieht jetzt vor unseren Augen. „Und ich werde euch aus den Nationen holen und euch aus allen Ländern sammeln und euch in euer Land bringen“ (Hesekiel 36,24), so heißt es bei dem Propheten Hesekiel. Dieser Plan Gottes, der vor rund 2500 Jahren niedergeschrieben wurde, geht nun in Erfüllung. Mag die Welt sich auch mit aller Kraft dagegenstemmen und versuchen, Israel daran zu hindern - der Gott der Bibel ist dadurch nicht aufzuhalten. Wenn er sagt, dass er Israel „von den vier Enden der Erde“ (vgl. Jesaja 11,12) sammeln wird, so geschieht das, wenn die Zeit dafür gekommen ist. Wer immer sich auch dagegenstellt; wenn Gott handelt, ist jeder Widerstand zwecklos. Im Buch des Propheten Jesaja heißt es hierzu: „Und er wird den Nationen ein Feldzeichen aufrichten und die Vertriebenen Israels zusammenbringen, und die Verstreuten Judas wird er sammeln von den vier Enden der Erde“ (Jesaja 11,12).

Wir wissen, welche Anstrengungen der durch und durch islamisch ausgerichtete Iran derzeit auf sich nimmt, um eine eigene Atombombe zu bauen und damit die weitere Einreise der Juden aus aller Welt zu unterbinden und Israel zu zerstören. Doch gerade in dieser Situation der existentiellen Bedrohung spricht Gott, der Herr, zu seinem Volk der Juden und zu ganz Israel: „Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein“ (Jesaja 43,1).
Wenn Gott verspricht, die Nachkommen Israels ins Land zu bringen, so geschieht das auch, sobald die Zeit dafür gekommen ist. „Ich will vom Osten deine Kinder bringen und dich vom Westen sammeln und ich will sagen zum Norden: gib her! Und zum Süden: Halte nicht zurück! Bring her meine Söhne von ferne und meine Töchter vom Ende der Erde“, lesen wir im Buch des Propheten Jesaja 43,5-6.

„Alijah“ ist das hebräische Wort für die Rückkehr der Juden, der Kinder Israels, in das verheißene Land Israel. Genau genommen bedeutet dieses Wort „Alijah“ hinaufgehen oder hinaufsteigen und beschreibt eigentlich die Reise zum Berg Zion. Im Buch des Propheten Jeremia 30,3 heißt es dazu: „Denn siehe, Tage kommen, spricht der Herr, da wende ich das Geschick meines Volkes Israel und Juda, spricht der HERR. Und ich bringe sie in das Land zurück, das ich ihren Vätern gegeben habe, damit sie es in Besitz nehmen.“ Immer öfter kann man von „verlorenen Stämmen“ hören, die nach Israel heimkommen. Wir sehen, dass Juden weltweit aufgestört werden an „allen Orten, wohin sie zerstreut worden sind“. Im Buch des Propheten Hesekiel heißt es: „Wie ein Hirt sich seiner Herde annimmt am Tag, da er unter seinen zerstreuten Schafen ist, so werde ich mich meiner Schafe annehmen und werde sie retten aus allen Orten, wohin sie zerstreut worden sind am Tag des Gewölks und des Wolkendunkels“ (Hesekiel 34,12). Da gibt es z. B. die Bnei Menasche, die „Söhne Manasses“ in Indien, die zurück nach Israel kommen, oder die Nachkommen der Kaifeng-Juden in China oder die sephardischen Juden aus Lateinamerika. Die äthiopischen Falaschen erkannte z. B. der sephardische Oberrabbiner Ovadia Josef im Jahr 1973 als Juden an und entschied, dass sie nach Israel gebracht werden sollten. Heute leben 130.000 Falaschen in Israel. Nach Auffassung der israelischen Regierung sind sie Nachkommen aus dem Stamm Dan. In Westindien existiert bis heute eine kleine jüdische Gemeinschaft, die sich „Bene Israel“, „Kinder Israels“, nennt und möglicherweise auf den Stamm Sebulon zurückgeht. Über Jahrhunderte hat sich diese Gemeinschaft jüdisch anmutende Gebräuche bewahrt, teils ohne deren Bedeutung zu kennen. Das Israelische Oberrabbinat erkannte die Bene Israel 1962 als „Juden in jeder Hinsicht“ an. Inzwischen ist der Großteil von ihnen nach Israel eingewandert und hat sich dort in das sephardische Judentum integriert.

Eine der interessantesten Behauptungen vertrat bereits Ben Gurion, der erste Staatspräsident Israels. Ihm zufolge sind auch die Palästinenser Nachkommen von Juden, die nach der Vertreibung durch die Römer im Land blieben und später gezwungen wurden, zum islamischen Glauben zu wechseln. Die Universität Tel Aviv fand heraus, dass aschkenasische Juden und Palästinenser das Gen eines weltweit einzigartigen Taubheitssyndroms teilen. Die Universität Madrid stellte fest, dass das Immunsystem beider Gruppen sich so stark ähnelt, dass auf eine gemeinsame genetische Identität geschlossen werden kann.

Feldzeichen für die Nationen

Was bedeutet nun der Begriff „Feldzeichen für die Nationen“, wie er im Buch des Propheten Jesaja 11,12 verwendet wird? Es heißt hier: „Und er wird den Nationen ein Feldzeichen aufrichten und die Vertriebenen Israels zusammenbringen, und die Verstreuten Judas wird er sammeln von den vier Enden der Erde.“ Der Begriff „Feldzeichen für die Nationen“ bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Rückführung der Juden in ihre Heimat für uns alle eine Leuchtturmfunktion haben wird, woran wir erkennen können, dass Gott nun in die Geschichte eingreift und die Vorbereitung der Wiederkunft Jesu bereits in vollem Gange ist. Die Bibel kündigt uns für die letzten Tage einen noch größeren Exodus der Juden aus aller Welt an, der noch einmal sehr beeindrucken wird. „Darum siehe,“ so heißt es hier: „es wird die Zeit kommen, spricht der Herr, dass man nicht mehr sagen wird: ‘So wahr der HERR lebt, der die Israeliten aus Ägyptenland geführt hat!’, sondern: ‘So wahr der HERR lebt, der die Nachkommen des Hauses Israel heraufgeführt und hergebracht hat aus dem Lande des Nordens und aus allen Landen, wohin er sie verstoßen hatte.’ Und sie sollen in ihrem Lande wohnen“ (Jeremia 23,7-8).

Diese Stelle deutet darauf hin, dass die eigentliche Welle der Rückkehr der Juden nach Israel erst noch bevorsteht. Die Bibel sagt auch klar, dass sogar Nichtjuden mithelfen werden, wenn Gott seine Prophetie in Erfüllung gehen lässt. „So spricht der Herr,“ heißt es bei dem Propheten Jesaja 49,22, „siehe, ich werde meine Hand zu den Nationen hin erheben und zu den Völkern hin mein Feldzeichen aufrichten. Und sie werden deine Söhne auf den Armen bringen, und deine Töchter werden auf der Schulter getragen werden.“

Es wird Zeit, dass wir uns dem Gott der Bibel, dem Gott Israels zuwenden und beginnen zu erkennen, was er vor unseren Augen geschehen lässt. Er lässt Prophezeiungen in Erfüllung gehen, die vor mehr als zwei Jahrtausenden durch den Mund der Propheten ausgesprochen und in den Büchern der Bibel aufgeschrieben wurden. Mehr als zwei Jahrtausende mag eine lange Zeit sein, doch wie heißt es im Brief des Petrus: „Was für uns ein Tag ist, das ist für Gott wie tausend Jahre; und was für uns tausend Jahre sind, das ist für ihn wie ein Tag“ (2. Petrus 3,8).

Die Bibel spricht auch davon, dass es eine tiefgründige Umkehr Israels geben wird, wenn sie Jesus Christus als den erhofften Messias erkennen, auf den sie schon so lange warten. Dazu heißt es beim Propheten Sacharja: „Aber über das Haus David und die Bewohnerschaft von Jerusalem gieße ich den Geist der Gnade und des Flehens aus, und sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben, und werden über ihn wehklagen, wie man über den einzigen Sohn wehklagt, und werden bitter über ihn weinen, wie man bitter über den Erstgeborenen weint“ (Sacharja 12,10).

Die Berufung Israels war immer und wird immer zum Segen für die ganze Welt sein. Israel hat diese besondere Berufung, weil Gott diesen Weg gewählt hat, um alle Menschen zu segnen. Wenn wir an den Gott der Bibel als unseren Herrn und Retter Jesus Christus glauben und sein Wort für uns die Wahrheit ist, dann bricht auch für uns der große Tag an.

Als gläubige Christen haben wir nach 2.000 Jahren der falschen Beschuldigung und Verfolgung des jüdischen Volkes jetzt die einmalige Gelegenheit, das Volk der Juden endlich als das zu erkennen, was es in der Geschichte der Menschheit ist, als Zeuge der Wahrheit des einen, einzigen Gottes der Bibel, des Gottes Abrahams, Isaaks und Jakobs. Als Christen haben wir unsere Wurzeln im Judentum und können sie nirgends sonst haben. Darum: Wer Israel segnet, den wird Gott segnen.

Das gilt vor allem in unserer Zeit, wo wir nicht wissen, wann die Bedrohung aus dem Iran auf Israel hereinbrechen wird, was jeden Tag passieren könnte. Denn bevor Jesus wiederkommt, um Israel zu erlösen und sein verheißenes Friedensreich aufzurichten, wird noch einiges geschehen, was uns nicht gefallen wird. Die Bibel spricht an mehreren Stellen davon. Deshalb tun wir gut daran, wenn wir bereits jetzt beginnen, die grundlegenden Wahrheiten der Bibel kennenzulernen, von denen eine die wunderbare Berufung des jüdischen Volkes ist.

 

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