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28.08.2026

Lebensrechtler fordern

Als der Bundestag in Deutschland am 12. Februar 1976 eine Neufassung des Paragrafen 218 zum Abtreibungsverbot beschloss, dachten sicher die wenigsten daran, was dieser Beschluss alles mit sich bringen wird. Im Grunde sollten vorgeburtliche Kindstötungen weiterhin verboten sein, bei bestimmten medizinischen, ethischen oder sozialen Gründen allerdings auch straffrei bleiben. Inzwischen wissen wir, was daraus geworden ist. In den Jahren von 1976 bis heute sind schätzungsweise 6,5 Millionen Kinder allein in Deutschland im Mutterleib umgebracht worden. Das entspricht einer Anzahl von rund 260.000 Grundschulklassen mit jeweils 25 Kindern pro Klasse. Bezogen auf ganz Europa liegt die Zahl der Abtreibungen bei schätzungsweise über 100 bis 130 Millionen.

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Das sind Zahlen, die selbst hartgesottene Abtreibungsbefürworter nachdenklich stimmen müssten. Vor allem auch deshalb, weil wir heute wissen, was – neben den vielen gesundheitlichen Auswirkungen einer Abtreibung – an psychischen Spätfolgen auf die Frau zukommen können, die nur sehr schwer zu behandeln sind und noch schwerer zu ertragen. Heute sind Millionen Frauen davon betroffen. Aber die Gesellschaft reagiert gar nicht darauf. Wenn Lebensrechtsorganisationen dagegen demonstrieren, kümmert das inzwischen kaum noch jemand, so abgestumpft und desinteressiert sind wir geworden. 

Dabei weiß jeder, dass der Paragraph 218, der ursprünglich als politischer Kompromiss im Bereich des Lebensschutzes verstanden wurde und sich inzwischen in fast allen Länder der EU durchgesetzt hat, nicht nur zu einem sehr unzureichenden Schutz ungeborenen Lebens geworden ist, sondern stattdessen Tür und Tor für allerlei Missbrauch geöffnet hat. Das geltende Recht zum Schutz des ungeborenen Lebens ist zwar nach wie vor gewährt, aber nicht in dem Maß, wie es z. B. in Deutschland verfassungsrechtlich geboten wäre. Es ist schon klar, dass dieser Schutz nicht durch Paragrafen allein gewährleistet werden kann, sondern dass es dafür eine ganz neue Einstellung von uns allen bräuchte. Aber wie kommen wir dazu? Sicher nicht über den Weg, den wir heute gehen, indem wir dagegen immer gleichgültiger werden. Vielmehr bräuchten Schwangere in Konfliktsituationen echte Hilfe und ungeborenes Leben müsste wieder als Geschenk betrachtet werden. Doch das wäre erst der Anfang. Denn hinter den horrenden Zahlen verbirgt verbirgt sich noch etwas ganz anderes.

Was hinter den Zahlen steckt

Cornelia Kaminski, die Bundesvorsitzende der „Aktion Lebensrecht für Alle“ in Deutschland fragt sich, ob die Motive hinter den Millionen vorgeburtlicher Kindstötungen wirklich alles „Notfälle" sind, wie es offiziell angegeben wird und wie der Paragraph 218 es für eine Abtreibung vorsieht? Sie stellt sich auch die Frage, ob es denn tatsächlich bei keiner dieser Abtreibungen eine andere Lösung gegeben hätte? Angesichts von 100 bis 130 Millionen Abtreibungen in ganz Europa dürfte die Frage der Vorsitzenden wohl mehr als berechtigt sein. Aber so abgestumpft und blind sind wir in unseren Gesellschaften geworden, dass wir nicht einmal einen so offensichtlichen Missbrauch mehr sehen. 

In Deutschland – wie übrigens auch in vielen anderen Ländern – werden Abtreibungsorganisationen sogar staatlich gefördert. Allein die „International Planned Parenthood Federation", das ist der weltweit größte Dachverband von Abtreibungsorganisationen, wurde zwischen 2022 und 2025 mit mehr als 63 Millionen EUR an Bundesmitteln gefördert. Während Organisationen, die sich für das Recht auf Leben und gegen Abtreibung einsetzen, privaten Initiativen überlassen werden, die ausschließlich durch Spenden finanziert werden.

Was die Bibel dazu sagt

Es gibt viele Stellen der Bibel, die sich gegen den Götzendienst richten. Insbesondere wenn er das Opfer von Kindern einschließt. Gott verabscheut jede Form von Kindstötung aufs Äußerste, sei es vor der Geburt, solange das Kind noch im Bauch der Mutter ist, oder danach. Im 3. Buch Mose, Kapitel 20, Vers 2-3 heißt es dazu z. B.: „Wer von euch oder von den Fremden, die bei euch leben, eines seiner Kinder dem Götzen Moloch opfert, der muss sterben! Das Volk in eurem Land soll ihn steinigen. Ich selbst werde mich gegen ihn wenden und ihn nicht am Leben lassen. Denn er hat mein Heiligtum entweiht und meinen heiligen Namen beschmutzt, indem er eines seiner Kinder dem Götzen Moloch geopfert hat." Nun können wir uns natürlich fragen, was diese Form von Götzenopfer von damals mit einer Abtreibung von heute zu tun hat? Die Antwort darauf liegt auf der Hand. Denn so wie damals die Menschen ihre Kinder den Götzen „Moloch" oder „Baal" geopfert haben, opfern wir heute ungeborene Kinder den Götzen „Wohlstand", „Genuss", „Prestige" u.v.m. Es geht immer um einen Götzen, auch wenn er anders heißt.

Das Menschenbild der Bibel

Das biblische Menschenbild ist völlig anders. Wir sind als Gottes Ebenbild geschaffen und stammen nicht vom Affen ab, vielmehr ist jeder von uns ein „Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu", wie es in einem sehr bekannten christlichen Lied so treffend formuliert wird. Als Gottes Ebenbild ist unser Leben von einer Würde, die kaum zu überbieten ist. Das Leben des Menschen ist nach dem Verständnis der Bibel von Selbstständigkeit und Mündigkeit geprägt, von Kreativität, besonderen Begabungen und von Individualität. Gleichzeitig tragen wir aber auch Verantwortung gegenüber Gott, unserem Schöpfer. Deshalb sollte es das Ziel eines jeden von uns sein, sein Leben in der Verantwortung vor Gott zu leben.

Wer auch in unserer Zeit noch daran festhält und glaubt, dass der Gott der Bibel an jedem von uns Menschen direkt und unmittelbar interessiert ist, der findet in der Bibel tatsächlich die Antwort auf alle diese Fragen seines Lebens. Denn das Menschenbild der Bibel ist nicht nur wahrhaftig, es trägt auch. Das wissen wir seit Jahrtausenden. Menschen, die auf die Aussagen der Bibel bauten, haben sich in den verschiedensten Lebenssituationen immer wieder bewährt und das bis auf den heutigen Tag. 

Was also sollte uns daran hindern, Gott und seine Gebote ernst zu nehmen und uns darauf einzulassen? Er hat sie uns gegeben, damit unser Leben gelingt. Jetzt liegt es an uns, dass wir dieses Angebot Gottes annehmen und unser Leben danach ausrichten. Doch was machen Menschen in unseren europäischen Gesellschaften? Sie planen und praktizieren stattdessen bereits den nächsten Irrtum. 

Thema "Leihmutterschaft" 

Während wir weiter an der Straffreiheit für Abtreibungen festhalten und die Tötung von Millionen ungeborener Kinder in Kauf nehmen, gehen die ersten bereits noch einen Schritt weiter und widmen sich dem „unwürdigen Geschäft" der Leihmutterschaft. 

Das Geschäftsmodell ist sehr einfach. Man bestellt sich sein Baby in Amerika, der Ukraine oder in Georgien. Es ist die moderne Form des Menschenhandels. Denn während Leihmutterschaft selbst in Ländern wie Thailand und Indien nur noch sehr eingeschränkt erlaubt ist, breitet sich das Geschäftsmodell der Leihmutterschaft in Europa immer weiter aus. War es zuerst die Ukraine, so hat sich das Geschäft inzwischen nach Georgien verlagert. 

Und wieder werden weltweit anerkannte ethisch-moralische Grenzen überschritten oder ganz eingerissen. Menschenhandel von Erwachsenen wie auch der Organhandel sind inzwischen geächtet, aber sich Kinder zu kaufen soll plötzlich erlaubt sein? Das kann es doch nicht sein. Dieses brandaktuelle und für Frauen und Kinder höchst problematische Thema wird leider noch immer viel zu wenig diskutiert. Wem es nutzt, wer daran verdient und wer darunter leidet, ist inzwischen bekannt. Doch tragen diese Erkenntnisse auch dazu bei, das Geschäft mit der Leihmutterschaft weltweit zu verbieten? Im Moment ist das noch nicht der Fall. 

Schutz des Lebens in der Bibel 

Wir wissen aus den Texten der Bibel, wie wichtig Gott der Schutz des Lebens ist. Das gilt für alle Bereiche unseres Lebens. Bereits auf den ersten Seiten der Bibel begegnet uns diese Grundhaltung Gottes zum Schutz des Lebens. Nehmen wir nur mal die „Zehn Gebote", die Gott Mose, seinem Diener, auf dem Berg Horeb gab; was sind sie anderes als ein Schutz des Lebens? So geht es durch die gesamten Texte der Bibel hindurch. Immer geht es darum, dass Gott das Leben schützt. Am deutlichsten wird das, wenn er vor dem Götzendienst warnt. Denn Götzen sind immer darauf aus, das Leben auszubeuten und letztlich auch zu zerstören. Gott hingegen will es erhalten, fördern, beschenken und entfalten. Damit dieser Schutz des Lebens aber zur Geltung kommen kann, müssen wir Gott vertrauen, ihm glauben und unser persönliches Leben nach seinen Geboten ausrichten. Nur so können wir Gottes Schutz des Lebens auch tatsächlich in Anspruch nehmen.

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