01.02.2021

Das Volk der Juden

Der Gedanke der Judenvernichtung ist keine Erfindung des Nazi-Deutschlands, sondern reicht weit in die Geschichte zurück. Bereits in der Bibel, im Buch Esther, wird uns davon berichtet. Auch im Reich der Perser und Meder ging es um die Ausrottung der Juden, in der Zeit des Pharaos wollte man verhindern, dass Hebräer sich in Ägypten weiter vermehren und tötete deshalb alle männlichen Kinder. Im ersten Jahrhundert nach Christus waren es die Römer, später verschiedene Staaten des damaligen Europas, von der Antike angefangen, über das Mittelalter bis herauf in die Neuzeit, wo es immer wieder zur Verfolgung der Juden kam. In Russland waren es die Jahre 1881 und 1882, in denen es zu den schlimmsten Pogromen kam, die Hunderten von Juden das Leben kosteten. Tausende wurden verletzt, jüdische Frauen geschändet. Doch all das war nur ein Vorschatten von dem, was nach der Machtübernahme Hitlers in Nazideutschland begann. Was in den Jahren von 1933-1945 an Schreckensvorstellungen ausgebrütet und dann auch in die Tat umgesetzt wurde, war von einer solchen Bestialität, dass es für immer im kollektiven Gedächtnis der Menschheit bleiben wird.

Heute leben noch circa 100.000 Juden in Deutschland. Die Bemühungen zur Aufarbeitung der Judenvernichtung während des zwölf Jahre dauernden „Tausendjährigen Reiches“ hatte im Nachkriegsdeutschland die Hoffnung aufkeimen lassen, dass der Antisemitismus damit endgültig überwunden sei. Doch genau das Gegenteil ist der Fall. Schuld daran ist nicht nur das in Deutschland nach wie vor präsente nationalsozialistische Gedankengut, sondern die islamisch geprägten Parallelgesellschaften der Zuwanderer in Deutschland, wie in ganz Europa.

Warum ist das Volk der Juden in so besonderem Maße von Verfolgung betroffen?

Dazu müssen wir eines wissen: Die biblischen Berichte gehen davon aus, dass die Menschheit in einer Auseinandersetzung mit der Macht des Bösen, des Widersachers Gottes, steht. Das wird uns bereits auf den ersten Seiten der Bibel gesagt. Im sogenannten Garten Eden trifft der erste Mensch die folgenschwere Entscheidung, dem Gegner Gottes mehr zu vertrauen als Gott. Das hat zur Folge, dass er und seine Frau aus dem Paradies vertrieben werden.

Der Apostel Paulus schreibt später, „dass wir nicht gegen Menschen, sondern gegen Mächte und Gewalten des Bösen“ zu kämpfen haben, „die über diese gottlose Welt herrschen und im Unsichtbaren ihr unheilvolles Wesen treiben“ (vgl. Epheser 6,12). In der Offenbarung des Johannes wiederum ist von der Verführung der Welt durch den Antichristen am Ende der Zeit die Rede.

Von diesem Kampf zwischen Gott und seinem Gegenspieler wird uns in der Bibel immer wieder berichtet. Wobei es eigentlich kein Kampf zwischen Gott und dem Gegenspieler Gottes ist, sondern mehr ein immer wiederkehrendes Aufbegehren Satans, das den Fortgang der Geschichte letztlich aber nicht beeinflusst und zu gegebener Zeit dann auch rigoros von Gott beendet wird. Im 20. Jahrhundert war sowohl der Nationalsozialismus als auch der Kommunismus von Judenfeindlichkeit geprägt. In dieser Zeit hatten Juden weder ein Land noch waren sie ein „Volk“, aber sie pflegten ihre Tradition und vielfach auch ihren Glauben an den Gott der Bibel, der sich Mose im brennenden Dornbusch als der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs zu erkennen gab.

Dieser Glaube und diese Traditionen sind es letztlich, die immer wieder dazu führen, dass Juden auf der ganzen Welt unter Demütigung, Benachteiligung und Verfolgung zu leiden haben, in Ghettos gesperrt, verfolgt, beleidigt und umgebracht werden. Als im Deutschland des Nationalsozialismus der brutalste, industriell organisierte Massenmord an den Juden erdacht und dann auch in die Tat umgesetzt wurde, sollte das die „Endlösung der Judenfrage“ sein, d. h. die Auslöschung des jüdischen Volkes. Wenn es keine Juden mehr gäbe, so dachte man, würde auch die Bibel nur noch ein Buch wie jedes andere sein.

Doch es kam anders

Wie so oft in der Geschichte dieses Volkes wurde das, was seine Gegner wollten, von dem Gott der Bibel ins genaue Gegenteil umgewandelt. Auf den Holocoust folgte die Gründung des Staates Israel. Heute ist das Wiedererstarken des jüdischen Volkes allgegenwärtig, nicht zuletzt im Bereich der Wissenschaft. Aus keinem Volk der Welt stammen so viele Nobelpreisträger wie aus dem Volk der Juden. Der Genius des jüdischen Volkes ist in der Wirtschaft und im technischen Fortschritt, insbesondere im Bereich der IT-Technik, unübersehbar. 

Die Staatsgründung Israels im Jahr 1948 führte aber - neben einem Wiedererstarken als Volk - auch zu einer weltweit beispiellosen Rückkehr der Juden aus aller Welt in das von Gott verheißene Land. Das wiederum bedeutet gleichzeitig die Erfüllung einer der großen biblischen Prophezeiungen. Im Buch des Propheten Hesekiel wird uns die Wiederbelebung eines erstorbenen Volkes prophezeit und das wieder Ergrünen eines verödeten Landstriches (vgl. Hesekiel 36,34-36 und 37,14). Aus der geplanten Vernichtung der Juden als Volk hat Gott einmal mehr einen großartigen Neubeginn gemacht, durch den gleichzeitig einige seiner großen Verheißungen Wirklichkeit wurden. Seither kehren Juden aus aller Welt zurück in ihre Heimat Israel, verglichen mit den Flächen der Staaten ringsum ein winziger Landstrich zwischen dem Mittelmeer auf der einen Seite und den arabischen Staaten Ägypten, Jordanien und Syrien auf der anderen.

Allein im vergangenen Jahr 2020 kamen - trotz Corona-Pandemie - wieder 21.000 Juden aus aller Welt nach Israel. Diese Einwanderung ist bis heute ungebrochen. In mehreren großen Einwanderungswellen kamen seit der Staatsgründung Israels bis heute mehr als 3,3 Millionen Juden zurück in ihr Land, 43,7 Prozent davon aus den Ländern der ehemaligen Sowietunion, viele aber auch aus den verschiedenen Ländern Europas, wo der Antisemitismus in den letzten Jahrzehnten überall spürbar zugenommen hat. Die meisten kamen aber aus Russland, der Ukraine, den USA und Frankreich.

Der 2020 verstorbene Verleger Ingo Resch schreibt in einem seiner Essays, dass die Bibel, wie wir sie kennen, in ihrem Kern aus „Zeugenaussagen“ über das Handeln Gottes in der Geschichte besteht. Insofern ist die Geschichte Israels und seine Existenz untrennbar mit den Aussagen der Bibel verbunden. Die Existenz des jüdischen Volkes und Israels bezeugt gewissermaßen mit seiner Geschichte wesentliche Aussagen der Bibel. Das gilt für das Neue Testament wie für das Alte Testament.

Es gibt keine andere, heute noch existierende Religion, die eine solche Geschichte vorzuweisen hat, wie das jüdische Volk, dessen 4000- jährige Geschichte damit begann, dass Gott sich Abraham offenbarte. Die in China, Indien, Persien oder Griechenland entstandenen religiösen Vorstellungen oder Weltanschauungen sind entweder im 6. Jahrhundert vor Christus entstanden oder - wie im Falle des Islam - im 6. Jahrhundert nach Christi Geburt. Alle diese Religionen oder Weltanschauungen unterscheiden sich aber in einem ganz entscheidenden Punkt von den Aussagen der Bibel. Denn alle diese religiösen Vorstellungen gehen davon aus, dass der Mensch sich das Heil „erarbeiten“ muss. Die Bibel hingegen sagt klar und deutlich, dass das Heil des Menschen nur durch Jesus Christus und das Wirken Gottes möglich wird.

Zeugen der Wahrheit

Heute werden weltweit Journalisten getötet, weil sie als Zeugen gegen Despoten, Kriminelle und Terroristen auftreten, die verhindern möchten, dass ihre Machenschaften aufgedeckt werden. Das Volk der Juden hat wahrscheinlich eine ähnliche Funktion in der Geschichte. Sie sind Zeugen der Wahrheit der Bibel des lebendigen Gottes und seines Handelns in der Geschichte wie in der Gegenwart.
Wer aber hätte ein größeres Interesse, dieses Volk auszulöschen, als die gegen Gott kämpfenden Mächte der Finsternis? Solche Wahrheiten werden heute gerne belächelt. Trotzdem sind es Wahrheiten, die wir nicht leichtfertig übergehen sollten. Denn genau hier liegt wahrscheinlich auch eine der wichtigsten Erklärungen, warum das Volk der Juden über die Jahrhunderte hinweg verfolgt und getötet wurde. Es geht um die Juden als Zeugen Gottes in der Geschichte und als Zeugen der Wahrheit der Bibel.

Wäre es jemals gelungen, das Volk der Juden auszulöschen, wäre dadurch auch die Glaubwürdigkeit der Bibel in Mittleidenschaft gezogen worden. Doch das war nie annähernd der Fall. Im Gegenteil, das Volk der Juden steht heute so gestärkt da, wie selten zuvor. Das sollte uns Mut machen und ein Beweis dafür sein, dass der Gott der Bibel, der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs der einzig wahre und allmächtige Gott ist, dem wir durch Jesus Christus glauben und vertrauen müssen - gerade in unserer so bewegten Zeit.

 

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