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28.08.2026

Wachsen braucht Zeit

Ähnlich beschreibt die Bibel unser Leben mit Gott. Der Glaube an Jesus Christus ist mehr als eine Entscheidung, die wir einmal treffen. Jeder, der an Jesus Christus glaubt und ihm vertraut, kann in seiner Beziehung zu Gott wachsen und reifen. Wer tatsächlich mit Gott lebt und seine Gebote hält, an dem wird mit der Zeit sichtbar, wie Gott an ihm arbeitet und was er ihm in seinem Wort verheißt. Das zeigt sich in seinem Denken wie auch im Umgang mit anderen Menschen oder in der Art, wie er mit schwierigen Situationen umgeht. Gott führt uns diesen Weg durch seinen Heiligen Geist, und wir dürfen erleben, wie immer mehr Freiheit, tief empfundene Freude und Zufriedenheit in uns Raum gewinnen.  

Gute Bedingungen für das Wachstum

Ein Baum wächst nicht schneller, wenn wir jeden Morgen an ihm ziehen. Im Gegenteil. Was es dazu braucht, ist Licht, Luft und Wärme, Wasser, Nährstoffe und einen guten Boden. Genau davon spricht auch der erste Psalm der Bibel. Dort wird ein Mensch, der sich an Gott orientiert, mit einem Baum verglichen, der an Wasserbächen gepflanzt ist und der „seine Frucht bringt zu seiner Zeit“ (vgl. Psalm 1,1-3). 

Frucht entsteht auch nicht durch Druck. Was es braucht, ist vielmehr eine tiefe Verbindung zu Gott – und Geduld mit sich selbst. Manches verändert sich schnell, anderes erst nach Jahren. Wenn diese Voraussetzungen stimmen, fördert das auch das Wachstum der Frucht. Für uns Menschen geht es darum, dass wir in Gottes Wort, der Bibel, lesen, Zeiten des Gebets und der Gemeinschaft mit anderen Christen suchen und offen für Gottes Handeln bleiben.

Wachstum braucht Erziehung

Ein Kind wächst nicht dadurch gesund heran und wird kräftig, dass es ständig Angst hat, etwas falsch zu machen. Es wächst in der Geborgenheit und der Beziehung zu seinen Eltern, innerhalb der es sich geliebt und angenommen fühlt, zugleich aber auch angeleitet, herausgefordert und erzogen wird. Gute Eltern wissen, was ihr Kind braucht. Das kann Ermutigung sein, aber auch Korrektur. 

Jeder gute Vater, jede gute Mutter erwartet von einem Zweijährigen nicht, dass er sich wie ein Erwachsener verhält. Vielmehr ist es so, dass ein Kind ein Kind sein darf. Es darf Fragen stellen und auch Fehler machen. Genauso erwartet auch Gott, unser Vater im Himmel, von uns nicht, dass wir schon alles können und wissen. Er kennt unsere Schwächen und hat Geduld mit uns. Doch er lässt uns nicht so, wie wir sind, sondern möchte, dass wir wachsen und beginnen Verantwortung zu übernehmen für unser Leben und dadurch „reifer“ werden. Vielleicht zeigt er uns auch Dinge, die wir verändern müssen. Das kann eine Gewohnheit sein, eine Haltung, die uns gefangen hält, Stolz, Unversöhnlichkeit oder der Zwang, alles selbst kontrollieren zu wollen. Wie ein guter Vater korrigiert Gott uns in all diesen Dingen, die nicht gut sind für uns. Aber nicht, um uns kleinzumachen, sondern um unser Wachstum zu fördern und zu ermöglichen. Es kann auch sein, dass Gott uns Zeiten des Leidens zumutet. Das lässt Gott zu, weil solche Phasen im Leben sehr oft dazu beitragen, dass wir viel über uns selbst lernen und vor allem lernen, Gott zu vertrauen. 

Vorbilder helfen uns zu wachsen

So wie ein Kind Vorbilder braucht, um sich gut zu entwickeln, brauchen wir als Kinder Gottes gute Vorbilder, an denen wir uns orientieren können. Am besten ist es, Teil einer christlichen Gemeinschaft zu werden und von denen zu lernen, die schon länger ihren Weg mit Gott gehen und ihr Leben nach seinen Geboten ausrichten. Aber auch Biografien von Christen, die mit Gottes Hilfe Großes bewirkt haben, können eine Hilfe sein. Die meisten von ihnen mussten durch schwere Leidenszeiten gehen und sind dadurch zu dem geworden, was sie sind.  
In der ERF Buchhandlung BUCHGALERIE finden Sie eine große Auswahl an Büchern oder Hörbüchern über solche Persönlichkeiten. Die Sendereihe „Vorbilder, Pioniere und Helden des Glaubens" im ERF Süd kann für Sie eine weitere Fundgrube sein, um zu erfahren, wie wir in unserem Glauben wachsen können. Sie können die Sendereihe jeden Dienstag um 17.00 Uhr und Mittwoch um 11.00 Uhr sowie jeden Sonntag um 17.00 Uhr auf der Frequenz des ERF Süd oder im Internet hören.

Zeit der Ernte

Wachstum ist das Ergebnis vieler unsichtbarer Prozesse in uns und vor allem in unserer Beziehung zu Gott. So wie wir im Herbst in der Natur die reifen Früchte vor Augen geführt bekommen, so werden wir auch in unserem Leben mit Gott einmal sehen können, wie jede Mühe und alles Warten sich gelohnt hat. Das verspricht uns die Bibel. Wir müssen aber auch gar nicht in allem auf den Herbst unseres Lebens warten, denn vieles erleben wir bereits lange vorher schon. So wie es auch Pflanzen gibt, deren Früchte hintereinander reifen und das über mehrere Wochen oder sogar Monate hinweg. Wenn die Wurzeln der Pflanze gesund sind und genügend Wasser bekommen, kommen auch die Früchte „zu ihrer Zeit“. Gott hat Geduld mit dem Wachstum in der Natur und genauso mit unserem Wachstum. Deshalb dürfen auch wir mit uns selbst Geduld haben. Am wichtigsten ist es, dass wir tief in Gott, unserem Vater, verwurzelt bleiben, denn dadurch werden wir immer mehr zu dem Menschen, den er in uns sieht.

Sarah Burkhardt

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